





In schnellen Timelines zählt der erste Vers doppelt. Er muss Kontext stiften und Neugier erzeugen, ohne zu erklären. Stelle Bild und Worte in Dialog: Ein stilles Foto verträgt kräftigere Verben, ein lautes Motiv braucht sprachliche Ruhe. Nutze Hashtags sparsam, damit der Dreizeiler unzerstört wirkt. Teste dunklen und hellen Hintergrund, vergleiche native Umbrüche verschiedener Apps und checke, ob die letzte Zeile ohne „Mehr ansehen“ sichtbar bleibt.
Vertikale Formate erlauben Atemräume zwischen Zeilen: erst Bild, dann Vers, dann Bewegung. Platziere Textzonen außerhalb von UI-Elementen, achte auf Lesbarkeit bei kurzen Einblendzeiten und überlege, ob du die Zeilen nacheinander aufbaust, um Spannung zu steigern. Ein dezenter Klangteppich kann Rhythmus unterstützen. Setze Call-to-Action erst nach dem Nachhall, nicht davor. Wer die Stille respektiert, wird gehört. Miss Interaktionen pro Impression und Wiederholungsraten, statt nur auf bloße Abrufe zu schauen.

Formuliere den Kern in einem Satz, der ein menschliches Spannungsfeld klar benennt. Beispielhaft: „Ich will gesünder essen, aber habe abends keine Energie zum Kochen.“ Aus diesem Satz entstehen Bildwelten, Verben und mögliche Wendungen. Der Haiku zwingt zur Priorisierung: Welches Detail macht die Lage fühlbar? Welche Metapher übersetzt Nutzen elegant? Schreibe mehrere Rohfassungen mit wechselnden Foki und vergleiche, welche Variante das Spannungsfeld am deutlichsten spüren lässt.

Gute Metaphern sind präzise, frisch und kulturell verständlich. Wähle Bilder, die dem Produkt nicht widersprechen und im Kontext des Kanals funktionieren. Prüfe visuelle Anschlussfähigkeit für Bild, Icon oder Bewegtbild. Vermeide tote Metaphern, die nur Platz belegen. Lasse Kolleginnen, Freunde oder potenzielle Nutzer spontan sagen, welches Bild im Kopf entsteht. Wenn drei Personen unabhängig ein ähnliches Bild beschreiben, hast du wahrscheinlich eine tragfähige, merkfähige Metapher gefunden.

Schreibe absichtlich zu lang, dann kürze in gezielten Runden. Lies jeden Entwurf laut, einmal langsam, einmal im realistischen Scrolltempo. Markiere harte Kanten, weiche Stellen, unklare Bezüge. Ersetze schwache Wörter konsequent. Prüfe die Balance: Bild – Nutzen – Nachhall. Mache eine Nacht Pause, lies erneut mit frischen Ohren. Häufig sitzt der entscheidende Schnitt in der zweiten Zeile. Wenn der Dreiklang trägt, gönne dem Text Ruhe, bevor du veröffentlichst oder testest.